Argumente für…

Warum gendern wir?

Viele denken, gendern ist unnötig, umständlich und das Gender* stört den Lesefluss Doch Geschlechterrollen und -bilder verändern sich. Sprache beeinflusst unser Denken und damit auch unsere Sicht auf die Welt. Gendern ist ein Schritt hin zur Vielfalt, wie wir sie uns wünschen. Weil damit alle mitgedacht werden, unabhängig vom biologischen Geschlecht. Vielleicht gibt es in der Zukunft eine elegantere Lösung. Wir bleiben dran...

Warum sind wir für demokratische Gestaltung?

 

 

Demokratie lebt von Gleichberechtigung und Teilhabe. Nur wem es möglich ist, am öffentlichen Leben teilzunehmen, kann die Angebote nutzen und die Gesellschaft mitgestalten.

Das Motto des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung Jürgen Dusel lautet: Demokratie braucht Inklusion! Diesen Ansatz möchten wir mit unserer Arbeit unterstützen.

Warum braucht man Spezialisten für universelle oder demokratische Gestaltung?

Barrieren nimmt man erst wahr, wenn man selbst beeinträchtigt ist oder durch eigene Erfahrungen im sozialen Umfeld sensibilisiert wird. Wir beschäftigen uns professionell mit dem Thema und kennen mögliche Barrieren. Wir arbeiten eng mit Betroffenen zusammen und bilden uns regelmäßig weiter. Wir haben einen inklusiven Blick entwickelt und stellen Ihnen unsere Erfahrungen und Kenntnisse zur Verfügung.

Warum müssen öffentliche Gebäude und Dienstleistungen barrierefrei sein?

2009 hat die Bundesrepublik Deutschland die UN Behindertenrechtskonvention für gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft unterzeichnet. Seitdem sind staatliche Institutionen gesetzlich dazu verpflichtet, allen Menschen volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Leider wird das Recht auf Inklusion in allen Lebensbereichen viel zu langsam oder gar nicht umgesetzt. Barrieren sind diskriminierend! Universelle Gestaltung und Leichte Sprache sind wichtige Meilensteine zur Partizipation.

Lesen Sie hierzu auch Informationen des Deutschen Instituts für Menschenrechte

Was ist eigentlich barrierefrei?

Gibt es im Museum, im Zug, im Geschäft, in der Bank genügend Platz für Rollstühle? Für Rollatoren? Gibt es Toiletten für Rollstuhlfahrer*innen, Rampen, Aufzüge? Wie sieht es mit Formularen, Schildern, Broschüren, Büchern aus? Ist die Schrift groß genug? Gibt es genügend Kontraste bei der Bebilderung? Zur barrierefreien Kommunikation zählen natürlich auch die anderen Erleichterungen und technischen Hilfsmittel für Menschen mit Sehbehinderungen, blinde und gehörlose Menschen. Eine vollständige Barrierefreiheit ist schwer zu machen. Deshalb sprechen wir lieber von barrierearm.

Wozu Leichte Sprache?

Stellen Sie sich vor, sie brechen sich das Bein. Ihre Wohnung ist im 5. Stock. Aber der Fahrstuhl ist kaputt. Was nun? Ins Erdgeschoss ziehen? So ähnlich geht es Menschen, die nicht gut lesen können. Sie möchten eine Website oder einen Vertrag verstehen. Aber der Text ist zu schwer. Deshalb gibt es Leichte Sprache. Das ist wie der Aufzug, der uns das Leben erleichtert.

Wer braucht Leichte Sprache?

Leichte Sprache richtet sich an Menschen mit Lernbehinderungen und anderen kognitiven Einschränkungen, Menschen mit Leseschwierigkeiten, Menschen mit Deutsch als Zweitsprache oder Fremdsprache, Menschen mit Altersdemenz und gering literalisierte Menschen. Laut Leo 2018-Studie gibt es 6,2 funktionale Analphabet*innen in Deutschland, das sind 12,1 % der erwachsenen Bevölkerung. Funktionale Analphabet*innen bzw. gering literalisierte Menschen können nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben.

Wozu Einfache Sprache?

Texte in Einfacher Sprache sind für viele Menschen hilfreich, etwa für Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche, Menschen mit Hirnverletzungen, hörbehinderte Menschen mit geringerer Lautsprachkompetenz, Menschen mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache oder auch Tourist*innen. Selbst Menschen, die nicht zu den genannten Zielgruppen gehören, können von Einfacher Sprache profitieren. Etwa 90 % der erwerbstätigen Deutschen können Texte in Einfacher Sprache lesen und verstehen.

Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?

Für Leichte Sprache gibt es feste Regeln. Zum Beispiel sollte pro Satz nur eine Aussage gemacht, Verneinungen, Passivkonstruktionen und Fremdwörter vermieden werden. Wichtig ist auch die grafische Gestaltung. Die Schrift muss mindestens 14 pt. und serifenlos sein. Leichte Sprache wird häufig mit Illustrationen ergänzt. Das Sprachniveau entspricht A1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).

Für Einfache Sprache gibt es hingegen keine festen Regeln. Alle grammatikalischen Formen sind möglich, Fremdwörter werden jedoch erklärt oder vermieden. Das Sprachniveau entspricht A2/B1 nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER).

Kann man Leichte Sprache und schwere Sprache nebeneinander benutzen?

Es kommt immer auf die Zielgruppe an. Nicht jede Kommunikation muss in Leichter Sprache stattfinden. Auf unserer Website fahren wir zum Beispiel zweigleisig. Es gibt eine Unterseite in Leichter Sprache, die erklärt, wer wir sind und was wir tun. Das ist die häufigste Variante. Außerdem haben wir ein Wörterbuch in Leichter Sprache erstellt, welches erklärungsbedürftige Begriffe im Text erläutert.

Es gibt aber auch Websites oder Printprodukte, die nur oder parallel in Leichter Sprache veröffentlicht werden. Zum Beispiel die Website der Bundesregierung.

Bei Printprodukten empfiehlt sich für die bessere Lesbarkeit ein eigenes Produkt für Leichte Sprache, wenn die Zielgruppe es braucht.

Wie viele Menschen mit Schwerbehinderung gibt es in Deutschland?

Ende 2017 gab es 7,8 Millionen Menschen mit anerkannter Schwerbehinderung in Deutschland. Das sind 9,4% der Gesamtbevölkerung. Ein Drittel der Menschen mit Schwerbehinderung ist über 75 Jahre alt. Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland wird die Zahl Menschen mit Beeinträchtigungen in den nächsten Jahrzehnten stark ansteigen. Auch die Unterstützungsbedarfe steigen mit zunehmendem Alter. Deshalb liegt es in unser aller Interesse, den Alltag für Menschen mit Einschränkungen schon heute zu verbessern und Inklusion und Integration voranzutreiben.

Gibt es Regeln, wie man Menschen mit Beeinträchtigungen nennen soll?

Es gibt keine festen Regeln. Begriffe wie behindert, blind, bildungsfern, ausländisch reduzieren Menschen jedoch auf einen Teil ihrer Realität. Und das ist diskriminierend. Statt von "Behinderten" und "Ausländern" spricht man besser von „Menschen mit Behinderung“ oder „Menschen mit Migrationshintergrund“. Zu einer demokratischen Gesellschaft, wie wir sie uns wünschen, gehört auch eine respektvolle Sprache und passende Bilder.

Lohnt sich die Investition?

Abgebaute und nichtgebaute Barrieren ermöglichen viel mehr Menschen Zugang zu Orten und Informationen, schaffen Komfort und ermöglichen ein Miteinander. Sind die Barrieren nicht (mehr) vorhanden, nimmt auch niemand mehr die zusätzlichen Investitionen wahr, die zum Nichtbau oder Abbau nötig waren. Warum also nicht werbewirksam über Ihre Investition sprechen? Investitionen in Barrierefreiheit sind Investitionen in die Zukunft. Sie sind ein Gewinn für Ihre Corporate Identity und zeigen, dass Inklusion und Integration möglich sind.

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